{"id":300,"date":"2018-02-22T20:29:23","date_gmt":"2018-02-22T18:29:23","guid":{"rendered":"http:\/\/zak-tuebingen.org\/?page_id=300"},"modified":"2018-02-22T20:31:34","modified_gmt":"2018-02-22T18:31:34","slug":"kostenloser-nahverkehr-ein-weltweiter-vergleich","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/zak-tuebingen.org\/?page_id=300","title":{"rendered":"Kostenloser Nahverkehr &#8211; ein weltweiter Vergleich"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-size: small;\"><strong>Deutschland diskutiert \u00fcber kostenlosen Nahverkehr. In anderen L\u00e4ndern <\/strong><br \/>\n<strong> wird das Modell seit Jahren erprobt &#8211; mit unterschiedlichen Bilanzen.<\/strong><\/span><\/p>\n<p><strong>Berlin (dpa)-Der Vorsto\u00df der Bundesregierung f\u00fcr einen teilweise <\/strong><br \/>\n<strong> kostenlosen Nahverkehr sorgt weiter f\u00fcr Diskussionen. Kommunen und <\/strong><br \/>\n<strong> Sozialverb\u00e4nde kritisieren vor allem die ungekl\u00e4rte Kostenfrage. Manche <\/strong><br \/>\n<strong> St\u00e4dte im Ausland sind da schon weiter &#8211; und bieten seit Jahren auf <\/strong><br \/>\n<strong> vielen Strecken freie Fahrt. Doch nicht immer klappt der Versuch.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Estland<\/strong>: <span style=\"font-size: small;\">Die estnische Hauptstadt Tallinn gilt als europ\u00e4ischer<br \/>\nVorreiter in Sachen kostenloser Nahverkehr. Seit 2013 k\u00f6nnen gemeldete<br \/>\nEinwohner umsonst fahren. Die Stadtverwaltung will damit Staus und<br \/>\nLuftverschmutzung verringern. Von der Stadt hei\u00dft es dazu: Die<br \/>\nGeschichte sei ein Erfolg und die Ziele erreicht worden. Die Autos seien<br \/>\ndadurch aus den verstopften Stra\u00dfen der Innenstadt verschwunden und die<br \/>\nMobilit\u00e4t \u00e4rmerer Familien erh\u00f6ht worden. Auch finanziell sei das Ganze<br \/>\ntragf\u00e4hig. Die wegfallenden Einnahmen aus dem Fahrkartenverkauf seien kompensiert<br \/>\nworden durch die zus\u00e4tzliche Steuereinnahmen. Wegen des Nulltarifs haben<br \/>\nB\u00fcrger aus dem Umland ihren Wohnsitz umgemeldet. Oder bisher nicht<br \/>\nangemeldete Tallinner sich offiziell als Einwohner registriert. Unter<br \/>\ndem Strich stehe am Ende sogar ein Plus, das die Stadt dazu nutzt, um<br \/>\nden \u00f6ffentlichen Nahverkehr weiter zu modernisieren.<\/span><\/p>\n<p><strong>Polen<\/strong>: Polen hat vor allem im Winter mit Smog zu k\u00e4mpfen. Mehrere<br \/>\npolnische Kleinst\u00e4dte bieten allen Bewohnern einen kostenlosen<br \/>\nNahverkehr an. An Tagen mit besonders hoher Schadstoffbelastung ist der<br \/>\nNahverkehr auch in gro\u00dfen St\u00e4dten wie Warschau und Krakau f\u00fcr alle<br \/>\nkostenlos.<\/p>\n<p><strong>Spanien<\/strong>: Seit Mitte der 1990er Jahre d\u00fcrfen die rund 85 000 Einwohner der<br \/>\nK\u00fcstenstadt Torrevieja st\u00e4dtische Buslinien gratis benutzen. Seit<br \/>\neinigen Jahren ist dazu eine Karte n\u00f6tig, f\u00fcr die man acht Euro pro Jahr<br \/>\nzahlt. Das System des kostenlosen Nahverkehrs soll allerdings nach einem<br \/>\nBeschluss von Ende 2017 im Laufe dieses Jahres eingestellt werden. Es<br \/>\nsei sowohl finanziell als auch juristisch nicht mehr tragbar, hie\u00df es<br \/>\nbei einer Sitzung des Stadtrates.<\/p>\n<p><strong>Frankreich<\/strong>: In Frankreich gibt es nur vereinzelt Gratis-Nahverkehr,<br \/>\nMedienberichte sprechen von 20 bis 30 Kommunen und Gemeindeverb\u00e4nden.<br \/>\nManche haben aber schon viel Erfahrung mit dem Modell: In der Stadt<br \/>\nCompi\u00e8gne brauchen Fahrg\u00e4ste in den Bussen etwa seit 1975 keinen<br \/>\nFahrschein mehr. Das gr\u00f6\u00dfte Gratis-Nahverkehrs-Netz in Frankreich hat<br \/>\nnach eigenen Angaben der Gemeindeverband von Niort (120 000 Einwohner),<br \/>\nwo die Busse seit September 2017 ohne Fahrschein genutzt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>Belgien<\/strong>: In Hasselt, der Hauptstadt der belgischen Provinz Limburg,<br \/>\nkonnten B\u00fcrger fast 16 Jahre lang kostenlos die \u00f6ffentlichen Busse<br \/>\nnutzen. Im Mai 2013 zog die Stadtverwaltung dann aber die Rei\u00dfleine. Der<br \/>\nGrund waren die hohen Kosten. Umweltsch\u00fctzer und auch H\u00e4ndler waren<br \/>\nentt\u00e4uscht. Sie argumentierten, die Gratis-Busse h\u00e4tten den Autoverkehr<br \/>\ndeutlich reduziert und die Bekanntheit und Attraktivit\u00e4t der Stadt<br \/>\ngesteigert.<\/p>\n<p><strong>D\u00e4nemark<\/strong>: Auf mehreren der kleinen d\u00e4nischen Inseln ist Busfahren gratis<br \/>\n&#8211; unter anderem auf L\u00e6s\u00f8 und \u00c6r\u00f8. In Odense, der Innenstadt der<br \/>\ndrittgr\u00f6\u00dften d\u00e4nischen Stadt, f\u00e4hrt alle zehn Minuten ein gratis<br \/>\nCity-Bus &#8211; ein pinker Mini-Bus, der mit M\u00e4rchenfiguren dekoriert ist.<\/p>\n<p><strong>England<\/strong>: Einige britische St\u00e4dte haben bereits vor mehreren Jahren<br \/>\nkostenlosen Bustransport angeboten. Mittlerweile sind die meisten dieser<br \/>\nAngebote aber wieder eingestellt. Nur in Manchester, Bolton und<br \/>\nStockport scheint das Modell zu \u00fcberleben. Hier gibt es immer noch<br \/>\nkostenlose Metroshuttles, die tags\u00fcber die wichtigsten zentralen<br \/>\nHaltestellen verbinden.<br \/>\nIn Rotherham und Sheffield gab es \u00abFree Bee\u00bb-Busse, die von der<br \/>\nRegierung subventioniert wurden. Nach einer K\u00fcrzung der Zusch\u00fcsse<br \/>\nstellte Sheffield den Service ein. In Rotherham waren die Busse dank<br \/>\nFinanzierung durch ein Einkaufszentrum noch einige Zeit gratis<br \/>\nunterwegs, kosten jetzt aber ein Britisches Pfund pro Fahrt. Generell<br \/>\ngibt es Programme f\u00fcr Menschen mit Behinderungen sowie Senioren. Sie<br \/>\nk\u00f6nnen in Gro\u00dfbritannien und in Irland den Nahverkehr kostenlos nutzen,<br \/>\nwenn sie einen entsprechenden Busausweis besitzen.<\/p>\n<p><strong>USA<\/strong>: In den USA gibt es eine Reihe von Versuchen mit kostenlosen<br \/>\nNahverkehrsangeboten. Oft werden Shuttle-Busse von regionalen Bahnh\u00f6fen<br \/>\nin entlegenere Ortschaften angeboten. In Baltimore gibt es einzelne<br \/>\nkostenlose Bus-Routen, ebenso in Miami. In der Innenstadt von Kansas<br \/>\nCity gibt es eine kostenlose Tram-Route. Die Stadt Chapel Hill in North<br \/>\nCarolina betreibt mit Hilfe von Bundeszusch\u00fcssen ein kostenloses System<br \/>\nmit modernen Hybrid-Busen. Im Mason County im Westk\u00fcsten-Bundesstaat<br \/>\nWashington wird ein ganzer Landkreis kostenlos mit Bussen versorgt &#8211;<br \/>\nflankiert etwa von Pool-L\u00f6sungen f\u00fcr entlegene Gebiete.<\/p>\n<p><strong>Thailand<\/strong>: In Bangkok durften \u00e4rmere Leute bis vergangenes Jahr auf<br \/>\neinigen Strecken Busse und Bahnen gratis benutzen, ohne sich besonders<br \/>\nausweisen zu m\u00fcssen. Jetzt m\u00fcssen sie daf\u00fcr eine \u00abWohlfahrtskarte\u00bb<br \/>\nvorzeigen. F\u00fcr Kinder, die kleiner sind als 90 Zentimeter, muss<br \/>\nweiterhin nichts bezahlt werden. Von Einheimischen gibt es immer wieder<br \/>\nKlagen, dass das ausgebaute Bahnsystem, das unter- und oberirdisch<br \/>\nverl\u00e4uft, zu teuer ist.<\/p>\n<p><strong>Malaysia<\/strong>: In Kuala Lumpur sind auf vier Strecken in der Innenstadt<br \/>\nrosafarbene Gratis-Busse unterwegs &#8211; allesamt mit Klimaanlage und auch<br \/>\nmit kostenlosem WLAN ausgestattet.<\/p>\n<p><strong>Australien<\/strong>: Die Gro\u00dfst\u00e4dte Melbourne, Perth und Adelaide bieten auf<br \/>\neinigen Strecken in der Innenstadt kostenlosen \u00f6ffentlichen Nahverkehr<br \/>\nan. In Melbourne, der zweitgr\u00f6\u00dften Stadt des Landes, ist die Tram<br \/>\nteilweise gratis. In Perth an der Westk\u00fcste muss in der U-Bahn auf einer<br \/>\nkurzen Strecke nichts bezahlt werden. In Adelaide an der S\u00fcdk\u00fcste sind<br \/>\ndie Busse im gesamten Zentrum kostenlos.<\/p>\n<p><span style=\"font-size: small;\">dpa xx yybb a3 lif maa 160700<br \/>\nFeb 18<br \/>\n<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Deutschland diskutiert \u00fcber kostenlosen Nahverkehr. In anderen L\u00e4ndern wird das Modell seit Jahren erprobt &#8211; mit unterschiedlichen Bilanzen. Berlin (dpa)-Der Vorsto\u00df der Bundesregierung f\u00fcr einen teilweise kostenlosen Nahverkehr sorgt weiter f\u00fcr Diskussionen. Kommunen und Sozialverb\u00e4nde kritisieren vor allem die ungekl\u00e4rte Kostenfrage. 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