Die griechische Tragödie: Rebellion, Kapitulation, Ausverkauf

Vortrag von und Diskussion mit Winfried Wolf
(Journalist, Politikwissenschaftler, Mitherausgeber der Zeitschrift „FaktenCheck: Hellas/Europa“)

Mi. 29.11.2017, 20 Uhr, Tübingen,
Adolf-Schlatter-Haus (kleiner Saal), Österbergstr. 2

Winfried Wolf stellt die aktuelle Situation in Griechenland in einen historischen Kontext. Er
skizziert die deutsch-griechischen Beziehungen seit dem Jahre 1941 nach, als die Wehrmacht
das Land besetzte. Seither wurden griechische Forderungen nach Wiedergutmachung durch
Deutschland stets abgelehnt. Stattdessen herrscht heute eine maßgeblich durch Deutschland
vorangetriebene Austeritätspolitik gegenüber Griechenland – mit immer gravierenderen Folgen
für den Alltag der griechischen Bevölkerung.
Eine Veranstaltung der Gruppe ZAK³, in Kooperation mit Attac

Veranstaltungsreihe: „Griechenland. Deutschland. Wir.“

Deutschland und Griechenland sind auf vielfältige Weise miteinander verwoben. So gibt es in Tübingen viele über Jahre gewachsene freundschaftliche Beziehungen zwischen Menschen griechischer und deutscher Herkunft, auf staatlicher Ebene aber auch große Belastungen.

Zum Beispiel geschichtlich: Die deutsche Besatzung von 1941 bis 1944 wirkt bis heute nach. In Griechenland ist der blutige Terror durch Wehrmacht und SS unvergessen, in Deutschland werden die Besatzungsverbrechen meist verdrängt oder gar ganz geleugnet. Die Ausplünderungen und Zerstörungen durch die Deutschen sind ein Grund dafür, dass sich Griechenland nach 1945 wirtschaftlich nur schlecht entwickeln konnte.

Zum Beispiel aktuell: Unter dem deutschen Diktat hat die so genannte „Troika“ (EU, Europäische Zentralbank und IWF) der griechischen Regierung ein hartes Sparprogramm aufgezwungen. Dazu gehören auch neoliberale Arbeitsmarkt-Reformen und Privatisierungen.

Und wir? In Griechenland versuchen viele Initiativen, sich der neoliberalen Austeritätspolitik entgegen zu stellen und das Überleben im Alltag zu organisieren. Diese Initiativen brauchen internationale Solidarität, vor allem auch im wohlhabenden Zentrum der EU.

Wir laden euch zu unserer Veranstaltungsreihe mit verschiedenen Veranstaltungen zu diesen Themen im Mai und Juni 2017 ein.

für Nähere Informationen und Programm hier klicken (pdf)

Mit Herz gegen Härte

Landesinnenminister Thomas Strobl (CDU) spricht am 15. März um 20 Uhr
im Museum Tübingen zum Thema „Mit Herz und Härte – Grundlagen für
unsere humane und konsequente Flüchtlingspolitik“.

Aufruf zum herzhaften Empfang

Kundgebung und Protestaktion

Mittwoch, 15.03.2017, 18.30 Uhr

Holzmarkt Tübingen

hier klicken um den vollständigen Aufruf zu lesen (PDF)

Keine Abschiebungen nach Afghanistan!

Kundgebung und Protestaktion

Fr, 30.12.2016, 16.00 Uhr, Holzmarkt Tübingen

Kurz vor Weihnachten wurden die ersten Flüchtlinge nach Afghanistan abgeschoben, darunter auch einige aus Baden-Württemberg; die nächsten Sammelabschiebungen sind schon für Anfang Januar geplant. Gegen diese unmenschliche Politik wollen wir auch in Tübingen mit einer gemeinsamen Kundgebung verschiedener Organisationen und Initiativen am kommenden Freitag ein deutliches Zeichen setzen

Der vollständige (mehrsprachige) Aufruf: hier klicken (pdf)

Wie tot ist Fidel Castro? Linke Perspektiven auf Cuba.

Die Gruppe ZAK³ Tübingen im Gespräch mit dem Journalisten und Lateinamerika-Kenner Toni Keppeler.

Sonntag, 11. Dezember, 20 Uhr
Club Voltaire, Haaggasse 26b, Tübingen

Fidel Castro ist gestorben. Millionen, vielleicht Milliarden, Menschen trauern um einen großen Revolutionär, erfolgreichen Realpolitiker und mittelmäßigen Baseballspieler. Doch wie revolutionär war die kubanische Revolution? Wie hat sich unsere Wahrnehmung von Cuba verändert? Worüber sehen wir gerne hinweg? Und vor allem: was bleibt? Darüber wollen wir (ZAK³ Tübingen, Gruppe gegen Kapitalismus, Krieg und Kohlendioxid — ehemals Zentralamerikakomitee) mit dem Journalisten und Lateinamerika-Kenner Toni Keppeler diskutieren.

Toni hat für die Schweizer „Wochenzeitung“ (WOZ) einen Nachruf geschrieben:
http://latinomedia.de/Fidel.html

 

Krise, Grenze, Gegenwehr

mit Athanasios (Sakis) Marvakis aus Thessaloniki und einem Reisebericht
der Gruppe ZAK³
Mittwoch, 23. November, 20 Uhr
Club Voltaire, Haaggasse 26b, Tübingen
(in Zusammenarbeit mit Club Voltaire und Rosa-Luxemburg-Stiftung Tübingen)

Liebe Freunde und Freundinnen,
Ende Oktober waren wir (Leute aus der Gruppe ZAK³ und FreundInnen) für
eine knappe Woche in Thessaloniki. Dort haben wir linke AktivistInnen
aus den verschiedensten Bereichen getroffen (von Syriza bis Antifa, von
Fabrikbesetzung bis Solidaritätsklinik), haben nach historischen Spuren
gesucht (auch der deutschen Besatzung), haben aus der Ferne den Olymp
und aus der Nähe die bulgarische Grenze gesehen, haben gut gegessen und
viel getrunken.
Davon wollen wir am kommenden Mittwoch berichten. Und wir wollen mit
unserem Freund und Genossen Sakis Marvakis (früher Tübingen, heute
Professor in Thessaloniki) über unsere Eindrücke und Beobachtungen
diskutieren.
Wir freuen uns, wenn Ihr dazu kommt!

Der „Arabische Frühling“ – Zeitzeugen berichten

20.7.2016, 20.00 Uhr in der Hausbar, Schellingstr. 6

ab 19.00 Uhr gibt es arabisch-syrisches Essen für alle gegen Spende

arabic version (PDF)

Mit der „Jasmin-Revolution“ in Tunesien 2010/11 begann der „Arabische Frühling“ als eine sich schnell über die arabische Welt ausbreitende Protestbewegung gegen dort herrschende autoritäre Regime. Die Forderungen nach einer allgemeinen Verbesserung der Lebensbedingungen, politischer Mitbestimmung, einer lebenswerten Perspektive für die Jugend oder einer funktionierenden Justiz wurden schnell zu der Losung „Das Volk wünscht den Sturz des Regimes!“.

Hier „im Westen“ wurden diese Ereignisse damals überwiegend als positive Überraschung wahrgenommen und mit großem Interesse verfolgt. Der beeindruckende Mut und die Symbole der Proteste in der arabischen Welt wurden ab 2011 auch Vorbild und Ansporn für andere soziale Bewegungen weltweit. Von Gewerkschaftsprotesten in Wisconsin, USA über die sozialen Bewegungen in Spanien, der Demokratiebewegung im Iran bis hin zu Demonstrationen in China bezogen sich soziale oder politische Bewegungen dieser Zeit auf den arabischen Frühling. Offensichtlich hatten die unterschiedlichen Proteste in der arabischen Welt, als auch außerhalb davon, trotz verschiedener nationaler Ausgangssituationen ein gemeinsames Ziel: Ein selbstbestimmtes Leben in Freiheit und Würde.

Heute im Jahr 2016 muss festgestellt werden, dass die Hoffnungen der Jahre 2010/11 kaum eingetreten sind. In vielen Ländern wurden die Bewegungen gewaltsam unterdrückt oder sie mündeten in verheerende kriegerische Auseinandersetzungen und politisches Chaos. Dort wo eine langjährige Diktatur gestürzt werden konnte, traten anstelle eines hoffnungsvollen Neubeginns ethnische oder religiöse Spannungen. In Verbindung mit der weiterhin schlechten wirtschaftlichen Lage und der durch Krieg und Perspektivlosigkeit verursachten Auswanderung bleibt die allgemeine Situation der Menschen in der arabischen Welt schwierig.

In der Veranstaltung sollen arabische Zeugen der Ereignisse interviewt werden um sie noch einmal aus ihrer Sicht darzustellen, Erfahrungen zu diskutieren und die Bedeutung für die Gegenwart zu beurteilen:

  • Wie kam es zum arabischen Frühling, wer hat sich beteiligt und mit welchen Zielen?
  • Wie stark hat er die Menschen in der arabischen Welt verbunden und wie ist die Situation heute?
  • Welche Lehren können aus dem Verlauf der Proteste gezogen werden?