Hervorgehobener Beitrag

Krise, Grenze, Gegenwehr

mit Athanasios (Sakis) Marvakis aus Thessaloniki und einem Reisebericht
der Gruppe ZAK³
Mittwoch, 23. November, 20 Uhr
Club Voltaire, Haaggasse 26b, Tübingen
(in Zusammenarbeit mit Club Voltaire und Rosa-Luxemburg-Stiftung Tübingen)

Liebe Freunde und Freundinnen,
Ende Oktober waren wir (Leute aus der Gruppe ZAK³ und FreundInnen) für
eine knappe Woche in Thessaloniki. Dort haben wir linke AktivistInnen
aus den verschiedensten Bereichen getroffen (von Syriza bis Antifa, von
Fabrikbesetzung bis Solidaritätsklinik), haben nach historischen Spuren
gesucht (auch der deutschen Besatzung), haben aus der Ferne den Olymp
und aus der Nähe die bulgarische Grenze gesehen, haben gut gegessen und
viel getrunken.
Davon wollen wir am kommenden Mittwoch berichten. Und wir wollen mit
unserem Freund und Genossen Sakis Marvakis (früher Tübingen, heute
Professor in Thessaloniki) über unsere Eindrücke und Beobachtungen
diskutieren.
Wir freuen uns, wenn Ihr dazu kommt!

Der „Arabische Frühling“ – Zeitzeugen berichten

20.7.2016, 20.00 Uhr in der Hausbar, Schellingstr. 6

ab 19.00 Uhr gibt es arabisch-syrisches Essen für alle gegen Spende

arabic version (PDF)

Mit der „Jasmin-Revolution“ in Tunesien 2010/11 begann der „Arabische Frühling“ als eine sich schnell über die arabische Welt ausbreitende Protestbewegung gegen dort herrschende autoritäre Regime. Die Forderungen nach einer allgemeinen Verbesserung der Lebensbedingungen, politischer Mitbestimmung, einer lebenswerten Perspektive für die Jugend oder einer funktionierenden Justiz wurden schnell zu der Losung „Das Volk wünscht den Sturz des Regimes!“.

Hier „im Westen“ wurden diese Ereignisse damals überwiegend als positive Überraschung wahrgenommen und mit großem Interesse verfolgt. Der beeindruckende Mut und die Symbole der Proteste in der arabischen Welt wurden ab 2011 auch Vorbild und Ansporn für andere soziale Bewegungen weltweit. Von Gewerkschaftsprotesten in Wisconsin, USA über die sozialen Bewegungen in Spanien, der Demokratiebewegung im Iran bis hin zu Demonstrationen in China bezogen sich soziale oder politische Bewegungen dieser Zeit auf den arabischen Frühling. Offensichtlich hatten die unterschiedlichen Proteste in der arabischen Welt, als auch außerhalb davon, trotz verschiedener nationaler Ausgangssituationen ein gemeinsames Ziel: Ein selbstbestimmtes Leben in Freiheit und Würde.

Heute im Jahr 2016 muss festgestellt werden, dass die Hoffnungen der Jahre 2010/11 kaum eingetreten sind. In vielen Ländern wurden die Bewegungen gewaltsam unterdrückt oder sie mündeten in verheerende kriegerische Auseinandersetzungen und politisches Chaos. Dort wo eine langjährige Diktatur gestürzt werden konnte, traten anstelle eines hoffnungsvollen Neubeginns ethnische oder religiöse Spannungen. In Verbindung mit der weiterhin schlechten wirtschaftlichen Lage und der durch Krieg und Perspektivlosigkeit verursachten Auswanderung bleibt die allgemeine Situation der Menschen in der arabischen Welt schwierig.

In der Veranstaltung sollen arabische Zeugen der Ereignisse interviewt werden um sie noch einmal aus ihrer Sicht darzustellen, Erfahrungen zu diskutieren und die Bedeutung für die Gegenwart zu beurteilen:

  • Wie kam es zum arabischen Frühling, wer hat sich beteiligt und mit welchen Zielen?
  • Wie stark hat er die Menschen in der arabischen Welt verbunden und wie ist die Situation heute?
  • Welche Lehren können aus dem Verlauf der Proteste gezogen werden?

Was heißt denn hier Hilfe?

Unterstützungsarbeit – auf Augenhöhe mit Geflüchteten?!

Videopräsentation – Vortrag – Reflexionsräume

mit Thomas Gebauer, medico international

26. Juli, 19 Uhr – 22 Uhr, Tübingen, Alte Aula, Münzgasse (neben Stiftskirche)

„Helfen“, eine Geste der Menschlichkeit, eine normale Sache, nichts worüber man viel Aufhebens machen muss? Und doch merken wir immer wieder, in der Sozialen Arbeit, wie auch im ehrenamtlichen Engagement, dass „Helfen“ eine vielfach voraussetzungsvolle und widersprüchliche Beziehung darstellt. Dies umso mehr, wenn diejenigen, die Hilfe anbieten, und diejenigen, die sie annehmen, strukturell einen so unterschiedlichen Platz in der Gesellschaft einnehmen, wie dies in der ehrenamtlichen Arbeit mit Geflüchteten der Fall ist. Gerade hier wird aber häufig von einer „Begegnung auf Augenhöhe“ gesprochen. Geht das? Was macht das Gepäck von hunderten Jahren machtvollen „Helfens“ des Westens gegenüber dem globalen Süden mit den Beteiligten? Wie kann eine Hilfe gelingen, in der die Geflüchteten mehr und nicht weniger Verfügung über ihr eigenes Leben erhalten?

Das Netzwerk rassismuskritische Migrationspädagogik hat zusammen mit dem IQ-Landesnetzwerk Baden-Württemberg zu diesen Fragen das Video „Unterstützungsarbeit – auf Augenhöhe mit Geflüchteten?!“ (www.rassismuskritik-bw.de/erklaervideo) gedreht.

Im Anschluss wird Thomas Gebauer mit einem Vortrag Impulse setzen. Er ist Geschäftsführer der Menschenrechts- und Hilfsorganisation medico international, die sich auf die Fahnen geschrieben hat Hilfe zu verteidigen, Hilfe zu kritisieren und Hilfe zu überwinden. Die versucht mit den Menschen, statt für sie zu arbeiten. Und die gleichzeitig Hilfe im gesellschaftlichen Kontext betrachtet und repolitisiert. Diese „Hilfe im Handgemenge“ scheint uns auch für die ehrenamtliche Unterstützung für Geflüchtete ein fruchtbarer Ansatz.

Im dritten Teil des Abends wollen wir in kleinen Runden Reflexionsräume eröffnen um unsere Fragen zu vertiefen.

Institut für Erziehungswissenschaft, Abteilung Sozialpädagogik
Netzwerk Rassismuskritische Migrationspädagogik Ba-Wü
Projekt klever-iq

Krise und Grenzregime. Griechenland ein Jahr nach dem „Oxi“

Mittwoch, 08.06.2016, 20:00 Uhr | Tübingen | Club Voltaire | Haaggasse 26B

Nach dem «EU-Türkei-Deal» verschärft sich die Situation der Geflüchteten auf den griechischen Inseln und auf dem griechischen Festland. Ihr Grundrecht auf individuelles Asyl wird infrage gestellt und sie sehen sich mit der Abschiebung in den «sicheren Herkunftsstaat» Türkei konfrontiert. Wie reagiert die griechische Gesellschaft auf diese Entwicklung? Was macht die parlamentarische und außerparlamentarische Linke? Was macht das Spardiktat der EU mit der griechischen Gesellschaft und wie wehrt sich diese hiergegen?

Diese Fragen wollen wir mit dem Sozialwissenschaftler, Migrationsforscher und Aktivisten Prof. Athanasios Marvakis diskutieren. Athanasios Marvakis ist Grieche mit schwäbischem und Schwabe mit griechischem Migrationshintergrund. Er hat in Tübingen promoviert und arbeitet als Professor für Sozialpsychologie an der Universität in Thessaloniki.

Eine Veranstaltung von ZAK³ Tübingen (Gruppe gegen Kapitalismus, Krieg und Kohlendioxid), Club Voltaire und Rosa-Luxemburg-Stiftung Baden-Württemberg

Joudi Flyer

„Kein Platz zum Leben“

Ein Abend mit den Menschen, die in der Kreissporthalle leben

Dienstag, 22.3.2016, um 19 Uhr im Sudhaus (Raum „Peripherie“)

Zu dieser Veranstaltung laden die Geflüchteten der Kreissporthalle in Zusammenarbeit mit dem Bündnis „Solidarity & Action: Tübingen für Alle“ und dem Infocafé ein. Die Veranstaltung wird unterstützt vom AK Kreissporthalle und dem Sudhaus.
Die Geflüchteten werden auf dem Podium von der für sie unerträglichen Situation in der Kreissporthalle berichten. Eingeladen sind außerdem Vertreter_innen des Land-ratsamts Tübingen, die für die Unterbringung der Geflüchteten zuständig sind.

Näheres zum Inhalt der Veranstaltung hier

Aufruf zur Gegenkundgebung vor AfD-Veranstaltung in Reutlingen

Die Flüchtlingskrise bildet den derzeitigen Höhepunkt einer von Krisen gebeutelten EU. Nach und nach tritt an Stelle des Europäischen Gemeinschaftssinns ein Europa der Kleinstaaterei und nationalen Egoismen. Rechtspopulisten, nutzen jede Krise aus um mit Scheinlösungen bei der Bevölkerung zu Punkten. So auch die AfD!

Der politische Arm der nationalistischen und demokratiefeindlichen PEGIDA bedient mit Begriffen wie „Lügenpresse“ oder „afrikanischer Ausbreitungstyp“ rassistische Ressentiments in der Bevölkerung, mit der Absicht eine Spaltung herbeizuführen.

Darum ruft das Reutlinger Bündnis für Toleranz und Vielfalt dazu auf ein starkes Zeichen für Demokratie und Menschenrechte zu setzen. Unmittelbar vor der AfD Veranstaltung im Spitalhof wird eine *Gegenkundgebung auf dem Marktplatz am 29.1.16 um 18:00 Uhr* stattfinden. Zeigen wir A. Gauland an diesem Tag, dass er NICHT willkommen ist in Reutlingen. Und auch F. Petry, für den 10.3.16 in der Stadthalle angekündigt, ist ebenso NICHT willkommen!

+++ Unterstützer*innen +++

– DGB Kreisverband Reutlingen
– IG-Metall Reutlingen Tübingen
– Verdi Bezirk Fils-Neckar-Alb
– Asylpfarramt Reutlingen
– OTFR (Tübingen)
– Amnesty International Reutlingen
– Asylcafe Reutlingen
– FDP Kreisverband Reutlingen
– Bündnis 90/Die Grünen Reutlingen Kreisverband, Gemeinderat und Ortsverein
– SPD Gemeinderatsfraktion und Ortsverein Reutlingen
– Linke Liste Reutlingen
– Integrationsrat Reutlingen
– Jugendgemeinderat Reutlingen
– Kulturschock Zelle e.V.
– Kulturzentrum franz.K
– ridaf
– Türkischer Kultur und Integrationsverein Reutlingen e.V.
– Naturtheater Reutlingen
– Verein Netzwerk Kultur Reutlingen e.V.
– Linksjugend [’solid] Reutlingen
– unabhängige Reutlinger-Frauengruppe
– Arbeiterwohlfahrt Ortsverein Reutlingen e.V.

Leben mit dem Islam – Im Gespräch über Feminismus, Koranverständis und Integration

Ein Veranstaltungshinweis den wir an dieser Stelle gern weitergeben:

Die grüne Jugend Tübingen lädt ganz herzlich zu der Veranstaltung „Leben mit dem Islam – Im Gespräch über Feminismus, Koranverständis und Integration“ am Donnerstag, 28.01. ein. Wir möchten über verschiedene Aspekte des Islams sprechen. Hierzu gehören Themen wie Feminismus, Koranverständnis und Integration. Diese werden wir gemeinsam in Workshops vertiefen und danach diskutieren.

Workshops (ab 18:00 Uhr):
Merve Kayikci zum Thema Feminismus und Islam
Yasin Adigüzel zum Thema Koranauslegungen

Auf der anschließenden Podiumsdiskussion (ab 19:00 Uhr) werden diskutieren:
Merve Kayikci, Bloggerin und Feministin
Yasin Adigüzel, Islamwissenschaftler und EJW­ Landesreferent für interkulturelle Öffnung
Daniel Lede Abal, MdL und integrationspolitischer Sprecher der Landtagsfraktion von B90/ Grüne

Natürlich ist auch das Publikum herzlich eingeladen mitzudiskutieren.

 Wann: Donnerstag, 28.01. ab 18Uhr

Ort: Gemeindehaus Lamm, Tübingen

Hinweise auf Petitionen für Abschiebestopp und gegen Fremdenfeindlichkeit

Wir möchten euch an dieser Stelle auf zwei, aus unserer Sicht unterstützendswerte, Petitionen hinweisen:

Ein praktisches Beispiel, dass ehrenamtliche Hilfe auch politisch werden kann, zeigt die Petition zum Winterabschiebestopp des Freundeskreis Stuttgart Süd, die wir euch sehr ans Herz legen wollen. Die nächsten Termine für „freiwillige“ Ausreisen sind gesetzt, Abschiebungen werden nicht auf sich warten lassen.

https://www.openpetition.de/petition/online/winterabschiebestopp-fuer-familien-vom-westbalkan

Flüchtende aufnehmen und Fluchtursachen beseitigen, Für eine zivilgesellschaftliche Plattform wider Abschottung und Fremdenfeindlichkeit

„Wir setzen uns für eine starke Willkommenskultur ein und lehnen Lösungen ab, die auf nationale Ausgrenzung und eine gewalttätige Abschottung an den Grenzen Europas setzen“. So heißt es im Gründungstext einer neuen zivilgesellschaftlichen Initiative, mit der sich das globalisierungskritische Netzwerk Attac Deutschland, das Institut Solidarische Moderne, die Menschenrechtsorganisation medico international sowie die christliche Zeitschrift Publik-Forum an die Öffentlichkeit gewandt haben.

Der Aufruf kann auf der Seite www.recht-auf-willkommen.de unterzeichnet werden.

Mehr dazu auch auf der medico-Homepage: https://www.medico.de/

Here We Are | Refugees & Selbstermächtigung

Wir möchten euch auf die „iz3w – Zeitschrift zwischen Nord und Süd„, Ausgabe 352 (Januar/ Februar 2016) hinweisen. Inhalt und Bestellung hier klicken

Refugees welcome!
Mit diesen Worten setzte die flüchtlingssolidarische Bewegung ein Zeichen gegen das europäische Ausgrenzungssystem. Der politische Impuls der Bewegung geriet jedoch gegenüber der paternalistischen „Willkommenskultur“ zunehmend ins Hintertreffen. Geflüchtete und MigrantInnen werden heute trotz aller medialer Aufregung nur selten als eigenständig handelnde politische Subjekte wahrgenommen.

Umso wichtiger ist es, das „Refugees welcome“ zu re-politisieren. Dazu gehören vor allem Zuhören und Empathie zeigen für die Geflüchteten. Denn mit ihnen kommt das Scheitern der globalen Wirtschafts- und Ressourcenpolitik, des Postkolonialismus, der Nahostpolitik und der Migrationsregimes nach Europa zurück. In unserem Themenschwerpunkt berichten Refugees, welche Ansätze der Selbstermächtigung sie verfolgen und welche Unterstützung sie sich wünschen.

Der südnordfunk – die monatliche Radio-Magazinsendung des iz3w – ergänzt den Themenschwerpunkt mit Podcasts rund um das Thema Refugees. Nachzuhören hier.